Klosterlechfeld

Zwischen den Flüssen Lech und Wertach zieht sich von Augsburg aufwärts gegen Landsberg, an der ehemaligen Grenzscheide zwischen Bayern und Schwaben, eine unübersehbare Ebene hin, das Lechfeld. Schauplatz mehrerer berühmter Schlachten in grauster Vorzeit, wie z.B. der siegreichen Schlacht der Römer unter Tiberius und Drusus und der großen Schlacht vom Lechfeld, Sieg über die Magyaren, im Jahre 955.
Die Wallfahrtskirche, das daneben stehende Kloster und letztlich auch das Dorf Klosterlechfeld verdanken ihre Entstehung der Schlossherrin Regina von Imhof, der Witwe des Bürgermeisters von Augsburg, Raimund von Imhof. Sie hat sich einst bei nächtlichem Nebel auf der Rückreise von Augsburg zu ihrem Schloß in Untermeitingen auf den weiten Ebenen des Lechfeldes verirrt. Aus Furcht vor Wegelagerern und Strauchdieben und in der Angst davor, im nahen Lech mit Pferd und Wagen das Fürchterlichste bestehen zu müssen, versprach sie - nach den Gepflogenheiten der damaligen Zeit - in der Not ihres Herzens und im stillen Gebet zur seligen Jungfrau Maria, dort eine Kapelle zu errichten, wo sie den Weg zu ihrem Schloß finden werde.
Kaum aber hatte sie dieses feierliche Versprechen gemacht, war nach der Legende, auch ihre Bitte erhört. Freundlich leuchteten der frommen Beterin aus dem Dunkel der benachbarten Anhöhe die Lichter ihres Schlosses auf, die man dort ihretwegen aufgestellt hatte. Über die Erscheinung hoch erfreut, befahl sie ihrem Kutscher, auf dem Platz, den heute der Hochaltar der Kirche ziert, seine Peitsche in die Erde zu stecken.
Für die Grundsteinlegung der Kapelle ist der 7. April des Jahres 1603 urkundlich belegt, nachdem der Bischof von Augsburg, Heinrich von Knoeringen, den Bau der Kapelle zu Ehren “Unserer lieben Frauen Hilf” erlaubt hatte. Nach nur einjähriger Bauzeit wurde die erste Kapelle am Dreifaltigkeitstag des Jahres 1604 eingeweiht.
Bald schon setzte eine rege Wallfahrt ein, die ab dem Jahre 1606 von Franziskanern betreut wurde. Regina von Imhof ließ ein kleines Kloster bauen und schon 1624 wurde das dort immer größer werdende Kloster zum Konvent erhoben.
1690/91 erhielt die Kirche durch den Anbau der beiden Seitenkapellen die heutige äußere Form.
Wirtsleute, Händler, Marktfahrer, Bauern und den Wallfahrern Herberge bietende Kleinhäusler ließen sich alsbald dort nieder. Der Weiler Lechfeld entstand.